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"Hefte mit Liedern und Tänzen" 1917-1922
(Heft Nr. 15, 16, 17, 18, 19, 20)

Adolf Wölfli
"Gross-Gross-Keiserliche Familie
vom stillen Ozean", 1917

Adolf Wölfli
"Zungsang-Skt.Adolf-Roosali", 1917

Adolf Wölfli
"Chocolat Suchard", 1915
Alle Hefte dieser Gruppe sind zwischen 20 und 50 cm dick. Heft Nr. 15 hatte ursprünglich einen Umfang von 60 cm, Wölfli vermerkt jedoch auf dem Buchumschlag: "Das Heft im Gewicht von 36 Kilogramm ist entzweigeborsten. Skt. A. II." Heute ist Heft N. 17 mit einem Umfang von 50 cm das gewichtigste Konvolut. Die Hefte Nr. 15 bis Nr. 19 tragen Wölflis Numerierung, die Hefte Nr. 18 und Nr. 19 hat er zusätzlich mit "Erstes Zion=Heft" und "Zweites Zion=Heft" betitelt.

Bei den Illustrationen der „Hefte mit Liedern und Tänzen“ handelt es sich überwiegend um eingeklebte Reproduktionen in Form von Einzelbildern oder mehrteiligen Collagen auf grossformatigen, gefalteten Blättern (100 x 70 cm). Die Reproduktionen fügt Wölfli in eine der vier Ecken oder in die Mitte des Blattes ein und ergänzt sie mit Zierleisten und Rahmen aus "Glöggli=Ring"- und "Dampferschrauben=Ring"-Motiven. Wie bei den Rubriken im Unterhaltungsteil von Zeitschriften, betitelt Wölfli seine collagierten Illustrationen häufig als "Vexier=Bild", "Rekonsations=Tableau", "Humoristische Mappe" etc. Zeichnungen werden immer seltener.

Die musikalischen Kompositionen sind in den Heften von 1917 bis 1925 ausschliesslich als Solmisationen (do re mi fa so la ti do) notiert. Die vielen Buchstaben- und Silbenwiederholungen, Unterstreichungen, Taktangaben und Musikzeichen bewirken, dass die jeweiligen Seiten sich optisch als dekorative Schriftbilder präsentieren.

Der Rückgang der narrativen Texte sowie der gezeichneten Illustrationen spiegelt eine gewisse Ermüdung. 1922, im "Schluss"-Text von Heft Nr. 20, S.1, begründet Wölfli, was ihn daran hindere, sein umfangreiches erzählerisches Werk zu Ende zu führen: "Schluss. Hochwährte Läser und Läserinnen. Wegen schmertzhafter Krankheit und grässlich biterem Leiden, findet sich meine ändsuntterzeichnete Wenigkeit genöhtigt, das grosse, lehrreiche, untterhaltende und, schöne, in keiner Ahrt und Weise zu untterschätzende Buch, in seinem unvollendeten Innhalt diräkt, abzuschliessen, was den umstand nicht verhählt, Letzerem noch eine Anzahl sinnreiche, schöne und ahnschauliche Bilder, beizufügen, zu deren musikahlischer Bearbeitung, ich leider die, Kraft und Ausdauer, nicht mehr besitze. Und doch, möchte ich, nachdem ich schon 22 volle Jahre lang, An diesem kompliszierten Wärk gearbeitet habe und den Tritten Theil des gantzen Buches zu Stande brachte, dem Letzteren noch einen hübschen Schlussakt beibringen, an welchen sich gewiss, manches musikalische Genie, ergötzen und freuen wirt. Es folgt nun Hier, ein schöner, Elfgängiger, Schluss=Marsch=Stooss, bestehend aus ll Lieder. 1,922."

(Elka Spoerri)